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Empfohlene Tools zur Prüfung der Barrierefreiheit

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NameKostenlos / Kostenpflichtig / FreemiumHauptfunktionenLink zur Website
Google Chrome Lighthouse Kostenlos In Chrome integriertes Tool für automatisierte Webseitenaudits (inkl. Barrierefreiheit); erzeugt einen Accessibility-Score und listet Probleme (z.B. fehlende Alt-Texte, Kontrastmängel) zur Optimierung. Website
Mozilla Firefox Developer Tools (Barrierefreiheits-Inspektor) Kostenlos In Firefox eingebaute Prüfwerkzeuge für Barrierefreiheit. Ermöglicht u.a. Kontrast-Checks, Tastaturnavigationstest (Tab-Reihenfolge anzeigen) und Simulation von Sehbehinderungen, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Website
WAVE Web Accessibility Evaluation Tool Kostenlos Browser-Erweiterung und Online-Checker zur Identifizierung von Barrieren auf Webseiten. Markiert Fehler (z.B. fehlende Alternativtexte, Formularlabels) direkt im Seitenlayout und kategorisiert nach Errors, Kontrastfehlern, Alerts u.a. für eine anschauliche Analyse. Website
axe DevTools Freemium Leistungsstarke Browser-Erweiterung für Entwickler zur automatischen Barrierefreiheits-Prüfung. Zeigt Probleme mit Erklärungen und Lösungsvorschlägen an. In der Pro-Version zusätzlich erweiterte Berichte und Guided Testing. Website
Accessibility Insights for Web Kostenlos Open-Source Browser-Extension für Chrome/Edge, bietet Schnellprüfung (automatische Checks & Tabstopp-Vis. in <5 Min) und einen detaillierten Assessment-Modus mit schrittweisen manuellen Tests. Liefert konkrete Anleitungen zur Fehlerbehebung. Website
ARC Toolkit Kostenlos Chrome- & Firefox-Extension für seitenweise WCAG-Analyse. Scannt Seiten on-demand und listet Code-Probleme (inkl. Kontrast, ARIA, Tab-Reihenfolge) mit Tipps zur Behebung. Kann Ergebnisse nach Elementen filtern und exportierbar machen. Website
Siteimprove Accessibility Freemium Umfassende Lösung mit Webbrowser-Extension (Einzelseiten-Check) und Cloud-Platform für vollständiges Website-Monitoring. Bietet Übersicht über Barriereprobleme, Erklärungen, Codeausschnitte und Priorisierungshilfen; Dashboard und Verlaufsberichte zur Verbesserungskontrolle. Website
Monsido (Accessibility Module) Kostenpflichtig Cloud-Tool zur automatischen Komplettprüfung Ihrer Website. Regelmäßige Scans decken Barriere-Fehler, Broken Links, SEO u.a. auf. Browser-Toolbar zeigt Issues direkt auf der Seite an. Enthält Verlaufsverfolgung, Priorisierung und PDF-Scanning für kontinuierliche Compliance. Website
A11YPLAN Kostenpflichtig Webbasierte Plattform zur Organisation von Barrierefreiheitsprojekten. Vereint automatisches Monitoring ganzer Websites mit visuellen Audits durch Experten (ohne separate Geräte). Bietet Reports mit Screenshots, technische Details und Fortschrittskontrolle; erleichtert Team-Kollaboration bei WCAG-Umsetzung. Website
Eye-Able (Report & Audit) Kostenpflichtig Deutsches Tool-Set für digitale Barrierefreiheit: "Report" scannt vollautomatisch komplette Webangebote auf WCAG-Konformität, "Audit" ermöglicht Browser-gestützte Einzelseitentests (inkl. BITV-Prüfung). Liefert konkrete Verbesserungsvorschläge und optional eine Einbindungs-Toolbar für Endnutzer ("Assist"). Website
NVDA Screenreader Kostenlos Bildschirmleseprogramm für Windows, ermöglicht blinden/sehbehinderten Nutzern die Sprachausgabe von Webinhalten. Unverzichtbar für manuelle Tests, ob Webseiten für Screenreader & Tastatur optimiert sind. NVDA unterstützt ARIA-Rollen, Formulareingaben und dynamische Inhalte, um WCAG-Kriterien bzgl. Zugänglichkeit zu überprüfen. Website
JAWS Screenreader Kostenpflichtig Führendes Screenreader-Programm für Windows mit breiter Verbreitung bei sehbehinderten Anwendern. Liest Webseiteninhalte vor, unterstützt Braillezeilen und bietet erweiterte Funktionen für power-user. Webagenturen nutzen JAWS für professionelle Tests, um sicherzustellen, dass Inhalte und Navigation gemäß WCAG barrierefrei nutzbar sind. Website
VoiceOver (macOS/iOS) Kostenlos In Apple-Geräten integrierter Screenreader (für Mac, iPhone, iPad). Ermöglicht die Prüfung, wie Webseiten unter iOS/macOS von sehbehinderten Nutzern erlebt werden. Entwickler können damit testen, ob alle interaktiven Elemente per VoiceOver zugänglich und sinnvoll benannt sind und die Gesten-/Tastatursteuerung funktioniert. Website

Barrierefreiheits-Prüfung: Die wichtigsten Tools für BFSG 2025

Barrierefreiheit wird Pflicht – BFSG 2025

Digitale Barrierefreiheit ist spätestens jetzt kein Nice-to-have mehr, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit. Im Juni 2025 tritt nämlich das European Accessibility Act (EAA) EU-weit in Kraft – gleichzeitig wird in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für viele Unternehmen verbindlich. Das BFSG macht damit die Einhaltung der WCAG mit den Stufen A + AA zur Pflicht. Konkret bedeutet das: Websites und Apps, über die Produkte oder Dienstleistungen an Verbraucher angeboten werden, müssen ab dem 28. Juni 2025 barrierefrei zugänglich sein. Die zugrunde liegenden Standards sind die Web Content Accessibility Guidelines in Version 2.1 Level AA sowie der harmonisierte europäische Standard EN 301 549, der diese Anforderungen konkretisiert. Unternehmen, die diese Vorgaben ignorieren, riskieren nicht nur Reichweiteneinbußen, sondern auch rechtliche Konsequenzen wie Bußgelder.

Herausforderung für Webagenturen

Für Webagenturen bedeutet die neue Gesetzeslage, dass Barrierefreiheit künftig in jedem Kundenprojekt mitgedacht und geprüft werden muss. Bisher waren primär öffentliche Stellen – etwa Behörden-Websites – durch die BITV zu barrierefreien Webauftritten verpflichtet. Nun zieht der private Sektor nach: Von E-Commerce über Banking bis hin zu Reiseportalen – viele Angebote müssen in wenigen Monaten die WCAG- und EN 301 549-Kriterien erfüllen. Agenturen stehen vor der Aufgabe, ihre Entwicklungsprozesse und Qualitätskontrollen darauf auszurichten. Die gute Nachricht: Digitale Barrierefreiheit lässt sich mit den richtigen Werkzeugen effizient testen und sicherstellen. Zudem profitieren letztlich alle Nutzer von einer zugänglicheren Website – besser strukturierte Inhalte, höhere Usability und oft auch bessere SEO-Rankings sind positive Nebeneffekte.

Automatisierte Prüf-Tools: Schnell Barrieren finden

Ein erster wichtiger Schritt zur Barrierefreiheit sind automatisierte Tests. Hierfür gibt es zahlreiche Tools, die den Quellcode und die Struktur einer Webseite analysieren und bekannte Barriere-Probleme aufspüren. Solche Accessibility-Checker prüfen zum Beispiel, ob Bilder Alt-Texte haben, Formularfelder Beschriftungen besitzen, ausreichende Farbkontraste eingehalten werden und die HTML-Struktur semantisch korrekt ist. Viele dieser Werkzeuge kommen als Browser-Erweiterung oder sind bereits in Entwickler-Tools integriert. Beispielsweise bietet Chrome mit Lighthouse ein integriertes Audit-Tool, das unter anderem eine Barrierefreiheits-Bewertung und konkrete To-dos ausgibt. Firefox wiederum besitzt einen Barrierefreiheits-Inspektor, mit dem Entwickler sich Kontraste, Tabulator-Reihenfolgen und simulierte Seheinschränkungen anzeigen lassen können. Auch eigenständige Browser-Plugins wie WAVE, axe DevTools oder ARC Toolkit zeigen auf Knopfdruck die Accessibility-Issues einer Seite direkt im Browser an – farbcodiert und mit Erklärungen, welche WCAG-Erfolgskriterien verletzt sind. Diese automatisierten Tests laufen innerhalb von Sekunden und liefern einen schnellen Überblick. Für redaktionelle Teams oder Webdesigner sind solche Tools ideal, um bereits während der Inhaltserstellung offensichtliche Barrieren zu erkennen und zu beheben. Doch Achtung: Nicht jedes Tool findet alle Probleme. Oft lohnt es sich, mehrere Scanner zu kombinieren, da jedes Tool andere Schwerpunkte hat. In größeren Projekten kommen zudem umfangreiche Audit-Plattformen wie Siteimprove oder Monsido zum Einsatz. Diese können komplette Websites regelmäßig crawlen und reporten, welche Seiten noch WCAG-Verstöße enthalten – inklusive Verlaufskontrolle, Priorisierung und teamweiten Reports. Gerade für Agenturen mit vielen Kundenwebsites bieten solche Dienste einen zentralen Überblick über den Barrierefreiheits-Status aller betreuten Angebote.

Manuelle Tests: Unverzichtbar für volle Compliance

So hilfreich automatische Checker sind – sie erkennen bei weitem nicht alles. Studien zeigen, dass selbst mit einer Kombination mehrerer Tools nur rund 30–40% der Barrierefreiheits-Probleme einer durchschnittlichen Webseite gefunden werden. Die restlichen Hürden lassen sich nur durch manuelle Prüfung aufdecken. Dazu gehört zum Beispiel der Tastatur-Test: Lässt sich die Seite allein mit Tab, Enter und Co. vollständig bedienen? Erreichen Fokusrahmen alle interaktiven Elemente in logischer Reihenfolge? Solche Aspekte überprüft kein Automatismus zufriedenstellend, sie sind aber essenziell für Nutzer ohne Maus (WCAG-Erfolgskriterium 2.1.1). Ebenso wichtig ist der Test mit Screenreadern. Tools wie der kostenlose NVDA-Screenreader oder das verbreitete kommerzielle Pendant JAWS lesen blinden Nutzern die Webseite vor – und decken dabei schonungslos fehlende Alternativtexte, falsch ausgezeichnete Überschriften oder unlogische Formulare auf. Entwickler sollten auch auf mobilen Geräten prüfen, z.B. mit VoiceOver am iPhone, um sicherzustellen, dass Apps und responsive Webseiten dort ebenfalls barrierefrei funktionieren. Manche Qualitätskriterien können nur Menschen beurteilen: Ist der Linktext verständlich? Beschreibt eine Bildunterschrift den Inhalt sinnvoll oder ist ein Alt-Text nötig? Werden Fehlermeldungen nicht nur farblich markiert, sondern auch textlich vermittelt? Diese Feinheiten entgehen automatischen Tools. Deshalb gilt: Automatisierte Tests ersetzen keinen menschlichen Prüfer. Sie sind ein wertvolles Vorfilter-Werkzeug, aber für 100% WCAG-Konformität muss immer ein manueller Check folgen.

Fazit: Kombination ist Schlüssel zum Erfolg

Um die neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sollten Agenturen einen praxistauglichen Prüfprozess etablieren. Automatische Tools leisten dabei wertvolle Unterstützung: Sie identifizieren schnell die gröbsten Probleme und geben klare Hinweise, wo nachgebessert werden muss. Im Zusammenspiel mehrerer Scanner erhöht sich die Abdeckungsquote der gefundenen Fehler deutlich. Doch erst die anschließende manuelle Prüfung durch einen erfahrenen Tester stellt sicher, dass wirklich alle Barrieren – ob technischer oder inhaltlicher Art – erkannt und entfernt werden. Webagenturen sollten ihre Entwickler und Redakteure entsprechend schulen und die vorgestellten Werkzeuge fest in den Workflow integrieren. So wird aus der gesetzlichen Pflicht eine Chance: Nämlich bessere, inklusivere Websites zu bauen, die niemanden ausschließen und zugleich zukunftssicher vor Abmahnungen und Bußgeldern sind. Die Devise lautet also: Jetzt testen, prüfen und optimieren – kontinuierlich und mit den richtigen Tools im Gepäck!